United Airlines führt gestaffelte Preiskategorien für Premium-Kabinen ein
Die US-Fluggesellschaft strukturiert Polaris Business Class und Premium Plus mit drei neuen Tarifstufen grundlegend um.

United Airlines krempelt sein Premium-Angebot grundlegend um. Die US-amerikanische Fluggesellschaft führt für ihre Polaris-Business-Class sowie die Premium-Economy-Klasse (Premium Plus) ein gestaffeltes Preissystem mit drei Kategorien ein: „Base", „Standard" und „Flexible". Das Modell orientiert sich an den bereits bekannten Tarifstufen in der Economy-Klasse und soll Reisenden mehr Wahlmöglichkeiten bieten.
Andrew Nocella, Chief Commercial Officer bei United Airlines, begründete den Schritt mit dem Wunsch, Kunden die Suche nach dem passenden Ticket zu erleichtern. Jeder Reisende solle ein Angebot finden, das seinen individuellen Bedürfnissen hinsichtlich Preis, Zusatzleistungen und Flexibilität entspricht. Die neuen Kategorien werden ab diesem Monat in ausgewählten Märkten eingeführt und im Laufe des Jahres auf internationale Langstrecken, transkontinentale US-Flüge sowie längere Verbindungen nach Hawaii ausgeweitet.
Was die einzelnen Tarifstufen bieten
Die „Flexible"-Option stellt das Premiumsegment der neuen Struktur dar: Sie ist vollständig erstattungsfähig und umfasst sämtliche Vorteile der jeweiligen Kabine. Die „Standard"-Variante bietet weiterhin Annehmlichkeiten wie kostenlose Sitzplatzwahl und zusätzliches Freigepäck. Die neue „Base"-Kategorie fungiert als Einstiegspreis für die vorderen Kabinenbereiche und richtet sich an preisbewusste Reisende, die dennoch das Premium-Erlebnis an Bord suchen.
Mit der neuen „Base"-Kategorie in der Polaris-Klasse gehen allerdings spürbare Einschränkungen einher. Kunden müssen für eine erweiterte Sitzplatzwahl extra zahlen, erhalten nur ein statt zwei Freigepäckstücke und haben keinen Zugang zu den exklusiven Polaris-Lounges – lediglich die regulären United Clubs stehen ihnen offen. Ticketänderungen sind in dieser Einstiegsstufe vollständig ausgeschlossen. Eine Unternehmenssprecherin betonte jedoch, dass der Bordservice inklusive der Mahlzeiten für alle Passagiere in der Kabine identisch bleibt.
Branchentrend: Premium-Segmentierung auf dem Vormarsch
Die Strategie von United Airlines spiegelt einen breiteren Trend in der globalen Luftfahrtbranche wider. Seit der Covid-Pandemie setzen große US-Fluggesellschaften verstärkt auf zahlungskräftige Premium-Reisende und Firmenkunden, da diese Zielgruppen als weniger preissensibel bei steigenden Tarifen gelten. Auch Konkurrent Delta Air Lines prüft Berichten zufolge eine ähnliche Segmentierung seiner Premium-Kabinen.
United investiert parallel dazu massiv in die Modernisierung seiner Flotte. Neue Polaris-Suiten mit Schiebetüren und größeren Bildschirmen sollen das Produkt weiter aufwerten und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen Carriern stärken. Die Segmentierung der Preisstruktur ergänzt diese Investitionen und soll die Erlöse pro Kabine optimieren.
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Zur AktienanalyseDer Schritt erfolgt jedoch in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld. United hat bereits Flugpläne angepasst, da steigende Ölpreise – die bis 2027 über 100 US-Dollar pro Barrel verharren könnten – die Kosten belasten. Die neue Tarifstruktur soll helfen, unterschiedliche Kundensegmente gezielter anzusprechen und die Auslastung der Premium-Kabinen zu maximieren, ohne auf Premiumpreise verzichten zu müssen.
Für deutsche Reisende, die mit United Airlines auf Langstrecken in die USA oder darüber hinaus fliegen, bedeutet die Neuerung: Wer künftig ein Polaris-Ticket bucht, sollte genau auf die Tarifstufe achten. Besonders der fehlende Lounge-Zugang und die eingeschränkte Gepäckregelung beim „Base"-Tarif können für Vielflieger und Geschäftsreisende relevante Nachteile darstellen.


