Universal Music weist Ackmans Milliarden-Übernahmeangebot entschieden zurück
Der Musikgigant hält das 64,3-Milliarden-Dollar-Angebot von Pershing Square für fundamental zu niedrig bewertet.

Die Universal Music Group (UMG), der weltgrößte Musikkonzern hinter Künstlern wie Taylor Swift, Sabrina Carpenter und Kendrick Lamar, hat ein Übernahmeangebot des Milliardärs Bill Ackman abgelehnt. Das Angebot seiner Investmentfirma Pershing Square in Höhe von 64,3 Milliarden US-Dollar (rund 48 Milliarden Britische Pfund) liege „nicht im besten Interesse" des Unternehmens, erklärte Universal in einer offiziellen Stellungnahme.
Universal begründete die Ablehnung damit, dass das Angebot das Unternehmen „fundamental und materiell unter" seinem tatsächlichen Wert bewerte. Der Konzern betreibt neben seinem Kerngeschäft auch die legendären Abbey Road Studios und besitzt renommierte Labels wie EMI und Island Records. Pershing Square, das bereits eine Beteiligung an Universal hält, lehnte eine Stellungnahme zu der Abweisung ab.
Ackman wollte Universal an die US-Börse bringen
Ackman hatte sein Übernahmeangebot für das weltweit größte Musikunternehmen im April gestartet. Der Plan sah vor, Universal als neues Unternehmen in den USA zu notieren. Derzeit ist die Gesellschaft an der Euronext Amsterdam gelistet. Ackman versprach zum Zeitpunkt des Gebots, den Aktienkurs von Universal zu drehen, der seiner Aussage nach aufgrund von Faktoren, die nichts mit der operativen Leistung des Musikgeschäfts zu tun hätten, „dahingedümpelt" sei.
Als konkrete Hürden nannte Ackman eine Beteiligung von 18 Prozent am Unternehmen, die von der Bolloré Group gehalten wird – dem Familienkonglomerat des französischen Milliardärs Vincent Bolloré. Zudem verwies er auf die jüngste Entscheidung, die geplante Börsennotierung der Aktien an der New York Stock Exchange zu verschieben. Cyrille Bolloré, Vorstandsvorsitzender der Bolloré Group, hatte sich seinerseits gegen Ackmans Angebot ausgesprochen und ebenfalls erklärt, es bewerte Universal unter Wert.
Vorstand stärkt CEO Grainge den Rücken
Der Vorstand von Universal bekräftigte sein volles Vertrauen in die Strategie des Unternehmens unter Vorstandsvorsitzendem und Chairman Sir Lucian Grainge. Zugleich kündigte das Unternehmen für die Zukunft „erweiterte Finanzoffenlegungen" an, damit der Wert der Gesellschaft von Investoren „besser eingeschätzt und verstanden" werden könne.
Grainge selbst betonte, Universal bleibe entschlossen, die globale Musikindustrie durch Innovationen, die fortlaufende Verpflichtung von Top-Stars und eine Vertiefung der Fan-Bindung anzuführen. „Während wir unsere Strategie umsetzen und maximalen langfristigen Wert schaffen, freuen wir uns darauf, den Aktionären einen tieferen Einblick in die Treiber unserer Performance und die künftige Ausrichtung unseres Geschäfts zu geben", so Grainge.
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Zur AktienanalyseMusikbranche im Wandel: Streaming, KI und Piraterie
Der Konflikt um Universal spielt sich vor dem Hintergrund einer Musikindustrie ab, die sich im tiefgreifenden Wandel befindet. Die weltweiten Umsätze sind zuletzt im Jahresvergleich gewachsen, nachdem Streaming-Abonnements der Branche – die zuvor durch Piraterie und finanzielle Einbrüche geschwächt worden war – einen entscheidenden Rettungsanker boten.
Gleichzeitig schwelt eine hitzige Debatte darüber, wie viel die Streaming-Plattformen an Lizenzgebühren an Künstler und Labels ausschütten. Hinzu kommt eine wachsende Bedrohung durch Deepfakes: Mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellte Songs, bei denen Betrüger die Stimmen echter Künstler imitieren, fluten zunehmend die Plattformen und stellen die Branche vor neue rechtliche und technische Herausforderungen.


