US-Aktien erholen sich nach Trump-Kehrtwende bei Grönland
Die globalen Aktienmärkte legten am Donnerstag zu, während der US-Dollar nachgab. Anleger zeigten sich erleichtert, nachdem US-Präsident Donald Trump von Drohungen gegen Grönland und europäische Zollpläne abrückte.

Die internationalen Finanzmärkte haben am Donnerstag positiv auf die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump reagiert. Der globale MSCI-Aktienindex verzeichnete Zugewinne, während der US-Dollar an Wert verlor. Investoren setzten wieder verstärkt auf risikoreichere Anlagen, nachdem Trump seine Drohungen gegen acht europäische Länder zurücknahm und eine gewaltsame Übernahme Grönlands ausschloss.
Trump rudert bei Grönland-Plänen zurück
In einem Interview beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte Trump, dass die Details eines möglichen US-Abkommens über Grönland noch ausgearbeitet würden. Der US-Präsident betonte gegenüber Fox Business Network, dass jedes Abkommen den USA "totalen Zugang" zu dem dänischen Territorium ermöglichen würde – auch für militärische Zwecke und "kostenlos".
US-Wirtschaft wächst stärker als erwartet
Positiv überraschten auch die aktuellen Wirtschaftsdaten aus den USA. Das Bureau of Economic Analysis meldete für das dritte Quartal ein annualisiertes BIP-Wachstum von 4,4 Prozent – das schnellste Tempo seit dem dritten Quartal 2023. Auch die Unternehmensgewinne wurden nach oben korrigiert. Die US-Konsumausgaben zeigten sich im November und Oktober robust.
Der US-Arbeitsmarkt präsentierte sich ebenfalls stabil. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stieg nur geringfügig an, was auf ein stetiges Beschäftigungswachstum im Januar hindeutet.
Wall Street macht Verluste wett
Nach dem starken Kursrückgang zu Wochenbeginn aufgrund der Grönland-Sorgen erholten sich die Wall-Street-Indizes deutlich. Den zweiten Handelstag in Folge verzeichneten die US-Börsen Gewinne. Der Dow Jones Industrial Average legte um 306,78 Punkte zu.
"Die Grönland-Geschichte und die nun zurückgenommenen Vorschläge militärischer Maßnahmen oder Zölle überlagern alle anderen Nachrichten", erklärte Rick Meckler, Partner bei Cherry Lane Investments in New Vernon, New Jersey. Der Markt reagiere stark auf Notfälle, und der Notfallaspekt dieser Situation scheine vorerst vorbei zu sein.
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Zur AktienanalyseExperten warnen vor vorschneller Euphorie
Meckler dämpfte jedoch die Erwartungen: "Der Donnerstag war eher eine Erleichterungsrally als ein Verständnis dafür, ob es eine wesentliche Änderung in der Weltwirtschaftsordnung gibt." Die Frage, wie die USA künftig mit ihren traditionellen Handelspartnern interagieren werden, bleibe weiterhin offen.
Anleger beobachten nun aufmerksam, ob die Kehrtwende Trumps bei den außenpolitischen Drohungen von Dauer sein wird oder ob neue Unsicherheiten die Märkte belasten könnten.


