US-Arbeitsmarkt schwächelt überraschend – Aktienmärkte steigen trotzdem
Stellenabbau im Juli überrascht Ökonomen und beflügelt Börsen – S&P 500 klettert auf Rekordhoch.

Der US-Arbeitsmarkt hat im Juli überraschend Stellen abgebaut und damit die Erwartungen der Ökonomen deutlich verfehlt. Laut dem US-Arbeitsministerium verlor die amerikanische Wirtschaft im vergangenen Monat 23.000 Stellen. Vom Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Zuwachs von 83.300 Stellen gerechnet – eine erhebliche Abweichung, die an den Märkten für Bewegung sorgte.
Zusätzlich wurden die Beschäftigungszahlen für Mai und Juni nachträglich nach unten korrigiert, was das Bild eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes weiter verstärkt. Der überraschende Rückgang warf angesichts der anhaltend hohen Inflation erneut Fragen zur Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft auf. Händler reduzierten daraufhin ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve im kommenden Monat leicht.
Anleiherenditen und Zinspolitik im Fokus
Die Renditen von US-Staatsanleihen reagierten zunächst mit deutlichen Verlusten auf die schwachen Arbeitsmarktdaten, machten jedoch den Großteil dieser Verluste im Tagesverlauf wieder wett. Für Anleger ist dies ein wichtiges Signal: Schwächere Beschäftigungsdaten verringern den Druck auf die Fed, die Zinsen weiter anzuheben – was Aktien in der Regel Auftrieb gibt.
Trotz des allgemein schwachen Arbeitsmarktberichts zeigte sich der verarbeitende Sektor widerstandsfähig. Die Industrie schuf im Juli 5.000 neue Stellen, angeführt von Herstellern aus den Bereichen Transportmittel und Computerhardware. Die Industrieproduktion hat sich nach Jahren schwacher Daten und Stellenverlusten seit Monaten gefestigt – wenngleich die Hersteller insgesamt noch immer weniger Mitarbeiter beschäftigen als vor einem Jahr.
Aktienmärkte feiern – S&P 500 auf Rekordhoch
Die Aktienmärkte reagierten positiv auf die Aussicht einer möglicherweise weniger aggressiven Geldpolitik. Der S&P 500 stieg auf ein neues Rekordhoch, der Nasdaq legte um 1,3 Prozent zu, und der Dow Jones Industrial Average verzeichnete ein Plus von 0,3 Prozent. Auch Gold profitierte von der Situation und stieg um 2,3 Prozent, während Rohöl leicht nachgab.
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Zur AktienanalyseAuf Einzeltitelebene gab es am Handelstag deutliche Ausreißer in beide Richtungen. Die Aktie des Werbetechnologieunternehmens Trade Desk brach um 22 Prozent ein und war damit der größte Verlierer im S&P 500 – das Unternehmen hatte für das zweite Quartal einen Umsatz gemeldet, der hinter den Markterwartungen zurückblieb.
Auf der Gewinnerseite glänzte Airbnb mit einem Kursplus von 17 Prozent und war damit der stärkste Wert im S&P 500. Der Anbieter von Ferienunterkünften hob seine Prognose für das Gesamtjahr an und begründete dies mit weltweit steigender Nachfrage sowie KI-gestützten Verbesserungen seiner Plattform. Für deutsche Anleger, die in US-Aktien investiert sind, unterstreicht der heutige Handelstag einmal mehr, wie stark Arbeitsmarktdaten die kurzfristige Marktentwicklung beeinflussen können.


