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US-Bundesstaaten planen Klage gegen Paramount-Warner-Bros-Fusion

Kalifornien und New York wollen den 110-Milliarden-Dollar-Deal gerichtlich stoppen – die Aktien beider Studios brechen ein.

US-Bundesstaaten planen Klage gegen Paramount-Warner-Bros-Fusion

Kalifornien, New York und weitere US-Bundesstaaten bereiten eine Klage vor, um die rund 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner Bros durch Paramount Skydance zu blockieren. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Einreichung der Klage wird für die kommenden Wochen erwartet.

Der Schritt würde den bislang mutigsten Vorstoß der Bundesstaaten darstellen, eine führende Rolle bei der Durchsetzung des US-Kartellrechts zu übernehmen. Welche weiteren Bundesstaaten sich der Klage anschließen werden, war zunächst unklar. An der Spitze der Bewegung steht der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta, ein Demokrat, der die Gruppe besorgter Bundesstaaten anführt.

Bonta hatte am Donnerstag die US-Kartellbehörden unter Präsident Donald Trump scharf kritisiert und deren Haltung als „Abdankung" bezeichnet. Er hatte eine Untersuchung des Deals angekündigt, kurz nachdem Paramount bekanntgegeben hatte, Warner Bros zu übernehmen – nachdem das Unternehmen ein Gebot des Streaming-Riesen Netflix übertroffen hatte. Ein Sprecher von Bontas Büro bestätigte am Freitag, dass die Ermittlungen Kaliforniens weiterhin laufen, lehnte jedoch weitere Kommentare ab.

Kurssturz bei Warner Bros und Paramount

Die Finanzmärkte reagierten unmittelbar auf die Nachricht. Die Aktien von Warner Bros fielen nach der Reuters-Meldung und notierten am Freitagnachmittag rund 3,6 Prozent im Minus. Die Papiere von Paramount weiteten ihre Verluste aus und verloren 6,7 Prozent.

Nicht jede Klage, die auf die Verhinderung einer Fusion abzielt, ist letztlich erfolgreich. Dennoch können solche Verfahren den Abschluss von Transaktionen um Monate verzögern, falls ein Richter eine einstweilige Verfügung erlässt, die den Zusammenschluss während des laufenden Verfahrens pausiert. Das ist für Paramount besonders brisant: Das Unternehmen hat zugestimmt, den Aktionären ab Oktober eine tägliche Gebühr zu zahlen, falls das Geschäft bis dahin nicht abgeschlossen ist. Diese Gebühren summieren sich laut Unternehmensangaben auf rund 6,9 Millionen Dollar pro Tag.

Politische Verbindungen und DOJ-Entscheidung

Analysten verweisen auf Faktoren, die Paramount bei der Genehmigung durch die US-Bundesbehörden zugutekommen könnten. So pflegt Larry Ellison, Milliardär, Oracle-Mitgründer und Vater von Paramount-CEO David Ellison, enge Kontakte zu Präsident Trump. Das US-Justizministerium (DOJ) wird voraussichtlich bald eine Entscheidung über das Geschäft treffen. Ende März hatte das DOJ bereits Vorladungen verschickt, um Informationen darüber einzuholen, wie sich die Fusion auf Studioproduktion, Content-Rechte, den Wettbewerb im Streaming-Bereich und die Kinos auswirken würde.

Ein Paramount-Sprecher verteidigte den Deal und erklärte, er würde für mehr Wettbewerb sorgen. Eine Ablehnung bedeute, „etablierten Marktteilnehmern wie Netflix einen Vorteil zu verschaffen, den sie nicht verdienen". Der Sprecher betonte: „Wir werden weiterhin gegen jeden Versuch kämpfen, ein Geschäft zu torpedieren, das eindeutig den Verbrauchern, den Schöpfern und der gesamten Branche zugutekommt."

Breiter Widerstand aus der Filmbranche

Der geplante Zusammenschluss, der zwei der vier großen Hollywood-Studios vereinen würde, stößt auf erheblichen Widerstand. Schauspieler, Autoren und andere Branchenvertreter befürchten Arbeitsplatzverluste. Auch Kinobetreiber lehnen den Deal ab: Sie argumentieren, dass ihnen durch die Fusion weniger Filme zur Auswahl stünden, was den Wettbewerb untergrabe.

Warner Bros ist als Produzent der „Harry Potter"- und „Superman"-Filmreihen weltweit bekannt. Paramount hat zugesagt, beide Studios nach Abschluss der Transaktion beizubehalten und jährlich mindestens 30 Kinofilme zu produzieren. Ob dieses Versprechen die Kritiker besänftigen kann, bleibt angesichts der drohenden Klage offen.

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