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US-Hypothekenzinsen steigen weiter – Käufer kehren trotzdem zurück

Trotz steigender Hypothekenzinsen zieht die Kaufnachfrage in den USA an – Preissenkungen und weniger Wettbewerb locken Käufer zurück.

US-Hypothekenzinsen steigen weiter – Käufer kehren trotzdem zurück

Die Hypothekenzinsen in den USA haben in der vergangenen Woche erneut zugelegt, dennoch kehren Hauskäufer allmählich auf den Markt zurück. Die gesamte Hypothekennachfrage stieg im Wochenvergleich um 1,9 Prozent, wie der saisonbereinigte Index der Mortgage Bankers Association (MBA) zeigt. Als mögliche Gründe gelten der geringere Wettbewerb auf dem Immobilienmarkt sowie vereinzelte Preissenkungen durch Verkäufer.

Der durchschnittliche Vertragszinssatz für 30-jährige festverzinsliche Hypotheken mit konformen Darlehenssummen von bis zu 832.750 US-Dollar kletterte von 6,65 auf 6,69 Prozent. Das ist der höchste Stand seit August des vergangenen Jahres. Positiv zu vermerken: Die sogenannten Points – also Vorabgebühren inklusive Bearbeitungsgebühr – sanken bei einer Anzahlung von 20 Prozent von 0,67 auf 0,62.

Refinanzierungsnachfrage gibt nach

Die gestiegenen Zinsen hinterlassen deutliche Spuren im Refinanzierungssegment. Die Nachfrage nach Refinanzierungen, die besonders sensibel auf wöchentliche Zinsbewegungen reagiert, sank im Wochenvergleich um 2 Prozent. Im Jahresvergleich liegt sie damit nur noch 7 Prozent über dem Vorjahreswert – ein schwaches Ergebnis, zumal der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Festdarlehen zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr lediglich 15 Basispunkte höher lag.

Ganz anders das Bild bei den Kaufanträgen: Diese legten in der vergangenen Woche um 6 Prozent zu. Im Jahresvergleich entspricht das einem minimalen Plus von 0,2 Prozent – was im Wesentlichen einer Stagnation gleichkommt. Dennoch signalisiert der wöchentliche Anstieg, dass sich potenzielle Käufer zunehmend in den Markt wagen.

Sommermonate bringen etwas Entspannung

Immobilienmakler berichten laut dem Housing Market Survey von CNBC, dass Verkäufer offenbar zunehmend bereit sind, Preissenkungen zu akzeptieren. Potenzielle Käufer erhalten damit eine kleine Atempause, da der Markt in die historisch ruhigeren Sommermonate übergeht. Weniger Konkurrenz und mehr Verhandlungsspielraum könnten den Einstieg in den Immobilienmarkt erleichtern.

Zu Beginn der aktuellen Woche stiegen die Hypothekenzinsen laut einer separaten Umfrage von Mortgage News Daily weiter an und erreichten erneut ihren Höchststand von Mitte Mai. Belastend wirkte dabei die neue Eskalation im Krieg mit dem Iran, die positiv ausgefallene Inflationsdaten aus der Vorwoche in den Hintergrund drängte. Die Inflationszahlen waren niedriger als erwartet ausgefallen, konnten den Zinsanstieg jedoch nicht bremsen.

Für deutsche Privatanleger und Beobachter des US-Immobilienmarkts bleibt die Entwicklung der amerikanischen Hypothekenzinsen ein wichtiger Indikator. Sie beeinflusst nicht nur die Kaufkraft amerikanischer Haushalte, sondern auch die Nachfrage nach Immobilien-Wertpapieren (REITs) und damit verbundene globale Kapitalströme. Ein anhaltend hohes Zinsniveau in den USA kann zudem den US-Dollar stützen und damit indirekt Auswirkungen auf europäische Exporteure haben.

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