US-Repräsentantenhaus berät über Reform der Flugsicherheit nach Absturz
Nach dem tödlichen Zusammenstoß über Washington im Januar 2025 soll ein neues Gesetz die Flugsicherheit grundlegend verbessern.

Zwei Ausschüsse des US-Repräsentantenhauses beraten am Donnerstag über den sogenannten ALERT Act – eine umfassende Reform der amerikanischen Flugsicherheit. Auslöser ist die Kollision eines Regionaljets von American Airlines mit einem Black-Hawk-Hubschrauber der US-Armee im Januar 2025, bei der 67 Menschen ums Leben kamen. Es handelt sich um das schwerste US-Flugzeugunglück seit 2001.
Der Gesetzentwurf reagiert auf 50 Empfehlungen der nationalen Transportsicherheitsbehörde NTSB, die nach einjähriger Untersuchung des Unglücks ausgesprochen wurden. Die NTSB bestätigte in einer von Reuters geprüften Analyse, dass der überarbeitete ALERT Act die Umsetzung ihrer Empfehlungen weitgehend fordert. Damit hat der neue Entwurf gegenüber einer früheren Version deutlich an Substanz gewonnen.
Kernforderungen des ALERT Act
Der Gesetzentwurf enthält mehrere konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Flugsicherheit:
- Verpflichtende Installation von Kollisionswarnsystemen in Flugzeugen bis Ende 2031
- Pflicht zur Nutzung von ADS-B (Automatic Dependent Surveillance-Broadcast) für Flugzeuge und Hubschrauber
- Behebung von Mängeln in der Sicherheitskultur der US-Luftfahrtbehörde FAA
- Verbesserung von Ausbildung und Verfahren der Flugsicherung
- Stärkung der Sicherheit des Luftraums rund um den Reagan Washington National Airport
Der Reagan National Airport steht besonders im Fokus: Er verfügt über die am stärksten genutzte Start- und Landebahn der USA. Das Gesetz fordert eine Überprüfung der Flugfrequenz, um festzustellen, ob der Flughafen das derzeitige Verkehrsaufkommen sicher bewältigen kann.
Gescheiterter Vorgänger und politischer Druck
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Zur AktienanalyseBereits im vergangenen Monat hatte das Repräsentantenhaus versucht, ein separates Luftfahrtgesetz zu verabschieden – ohne Erfolg. Der ROTOR Act, der im Dezember vom US-Senat einstimmig angenommen worden war, scheiterte im Repräsentantenhaus um lediglich eine Stimme. Unter den sogenannten Fast-Track-Regeln war eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, die knapp verfehlt wurde. Zuvor hatte das Pentagon seine Unterstützung für das Gesetz zurückgezogen.
Sollte das Repräsentantenhaus den ALERT Act nun verabschieden, müssen beide Kammern die Unterschiede zwischen den Entwürfen in einem Vermittlungsverfahren ausgleichen, bevor ein Gesetz in Kraft treten kann. Unterdessen hat die FAA bereits erste Konsequenzen gezogen: In der vergangenen Woche verschärfte die Behörde die Sicherheitsvorschriften für Hubschrauber und setzte Sichtflugverfahren zur Staffelung aus, um sichere Abstände in der Nähe von Großflughäfen zu gewährleisten.


