US-Repräsentantenhaus verlängert militärisches Psychedelika-Forschungsprogramm bis 2033
Das US-Repräsentantenhaus stimmte für eine sechsjährige Verlängerung der Psychedelika-Forschung beim Verteidigungsministerium und kodifiziert Trumps Erlass.

Das US-Repräsentantenhaus hat in einer mündlichen Abstimmung für eine bedeutende Erweiterung der Psychedelika-Forschung im militärischen Bereich gestimmt. Die Abgeordneten verabschiedeten entsprechende Zusatzartikel zum National Defense Authorization Act (NDAA), dem jährlichen Verteidigungshaushalt der Vereinigten Staaten. Damit wird das laufende Forschungsprojekt zu Psychedelika beim Verteidigungsministerium (DOD) um weitere sechs Jahre verlängert.
Das Programm läuft damit voraussichtlich bis ins Jahr 2033. Die Abstimmung fand am Mittwoch statt und markiert einen weiteren Schritt in der wachsenden politischen Auseinandersetzung der USA mit psychedelischen Substanzen im medizinischen und militärischen Kontext.
Trumps Präsidialerlass wird gesetzlich verankert
Neben der Verlängerung des Forschungsprogramms kodifizieren die verabschiedeten Zusatzartikel auch Bestimmungen einer Durchführungsverordnung zu Psychedelika, die Präsident Donald Trump bereits früher in diesem Jahr unterzeichnet hatte. Durch die Aufnahme in den NDAA erhalten diese Regelungen eine gesetzliche Grundlage, die über eine bloße Präsidialanordnung hinausgeht und damit dauerhafter und rechtlich belastbarer ist.
Die Kodifizierung von Präsidialerlassen in Bundesgesetze ist ein gängiges Mittel im US-Kongress, um politische Maßnahmen einer Regierung langfristig abzusichern. Für die Psychedelika-Forschung im Verteidigungsbereich bedeutet dies eine erhebliche institutionelle Stärkung.
Marihuana-Ausnahmeregelung für Rekruten scheitert
Parallel zu den erfolgreichen Psychedelika-Abstimmungen blockierte die republikanische Führung im Repräsentantenhaus jedoch einen separaten Vorschlag. Dieser hätte Ausnahmeregelungen für Militärrekruten ausgeweitet, die positiv auf Marihuana getestet wurden. Der Antrag kam gar nicht erst zur Debatte – die republikanische Führung verhinderte eine Abstimmung darüber.
Dies verdeutlicht die unterschiedliche politische Behandlung verschiedener psychoaktiver Substanzen im US-Kongress. Während Psychedelika im militärischen Forschungskontext zunehmend Unterstützung über Parteigrenzen hinweg genießen, bleibt Cannabis im militärischen Bereich weiterhin ein politisch heikleres Thema.
Hintergrund: Psychedelika und das US-Militär
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Zur AktienanalyseDas Interesse des US-Verteidigungsministeriums an Psychedelika ist vor allem auf deren potenziellen therapeutischen Nutzen für Veteranen zurückzuführen. Substanzen wie Psilocybin oder MDMA werden in klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) untersucht – einer Erkrankung, von der überproportional viele Kriegsveteranen betroffen sind.
Die USA erleben seit einigen Jahren einen breiteren gesellschaftlichen und politischen Wandel im Umgang mit Psychedelika. Mehrere Bundesstaaten haben entsprechende Entkriminalisierungsmaßnahmen eingeführt, und auf Bundesebene wächst das Interesse an einer regulierten medizinischen Nutzung. Die nun beschlossene Verlängerung des DOD-Programms bis 2033 ist ein weiteres Signal, dass dieser Trend auch im sicherheitspolitischen Establishment der USA angekommen ist.
Für Investoren und Beobachter des aufstrebenden Psychedelika-Sektors sind solche gesetzgeberischen Schritte ein wichtiges Signal. Eine staatlich geförderte, langfristig angelegte Forschungsagenda beim mächtigsten Militärapparat der Welt verleiht dem Thema zusätzliche Legitimität und könnte die weitere wissenschaftliche und kommerzielle Entwicklung des Bereichs beflügeln.


