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USA behalten 50% Zoll auf brasilianischen Instantkaffee bei

Während die USA Zölle auf die meisten brasilianischen Kaffeeexporte aufgehoben haben, bleibt Instantkaffee weiterhin mit 50% belastet. Die brasilianische Kaffeeindustrie fordert Aufklärung über die Entscheidung.

USA behalten 50% Zoll auf brasilianischen Instantkaffee bei

Die brasilianische Instantkaffeeindustrie steht vor einem Rätsel: Während US-Präsident Donald Trump die Importzölle auf die meisten brasilianischen Kaffeeprodukte wieder aufgehoben hat, bleibt ausgerechnet Instantkaffee weiterhin mit einem Zollsatz von 50% belegt. Branchenverbände fordern nun Erklärungen von der US-Regierung.

Ungleiche Behandlung sorgt für Verwirrung

Die Diskrepanz ist erheblich: Ganze Kaffeebohnen, gerösteter Kaffee, aromatisierter Instantkaffee und sogar Cappuccino-Mischungen wurden von den Zöllen ausgenommen – nur klassischer Instantkaffee nicht. "Wir verstehen nicht, was dazu geführt hat, dass aromatisierter Instantkaffee von Zöllen befreit wurde, während normaler Instantkaffee dies nicht wurde", erklärt Aguinaldo José de Lima, Direktor der brasilianischen Instantkaffee-Industriegruppe ABICS. Er vermutet eine mögliche Verwechslung bei den Exportcodes.

Dramatischer Exportrückgang im Dezember

Die Auswirkungen sind bereits spürbar: Im Dezember 2025 – etwa einen Monat nach der teilweisen Zollaufhebung – sanken die brasilianischen Instantkaffeeexporte um 35% auf 273.466 Säcke im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die gesamten Rohkaffeeexporte gingen im gleichen Zeitraum um 18% zurück. Besonders bitter: Die USA waren historisch der größte Abnehmer von brasilianischem Instantkaffee.

Rekordwert trotz Zollstreit

Trotz der Handelshemmnisse erreichten die brasilianischen Kaffeeexporte 2025 einen Rekordwert von 15,6 Milliarden US-Dollar. Das Exportvolumen sank jedoch um fast 21% auf 40 Millionen 60-Kilogramm-Säcke, wie die Exporteursgruppe Cecafe berichtete. Der Zollstreit hatte seinen Ursprung in einer Auseinandersetzung zwischen Trump und der brasilianischen Regierung über die Behandlung des rechtsextremen ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro.

Industrie sucht internationale Unterstützung

Der brasilianische Kaffeeindustrieverband ABIC arbeitet nun mit US-Gruppen wie der National Coffee Association zusammen, um nachzuweisen, dass der Zoll beiden Seiten schadet. "Es gibt nichts, was diese Haltung der Beibehaltung von Zöllen auf Instantkaffee rechtfertigen könnte", betont ABIC-Geschäftsführer Celirio Inacio. Er rechnet jedoch nicht mit einer schnellen Lösung und erwartet eine "Wartephase", bis neue Informationen über die Kaffeeernte und deren Auswirkungen auf die Preise vorliegen.

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