USMCA-Verhandlungen: USA könnten Frist am 1. Juli verpassen
US-Handelsbeauftragter Greer warnt: Die Neuverhandlungen des nordamerikanischen Handelspakts könnten die entscheidende Juli-Frist überschreiten.

US-Handelsbeauftragter (USTR) Jamieson Greer hat auf einer Veranstaltung des Hudson Institute eingeräumt, dass die laufenden Verhandlungen über das nordamerikanische Handelsabkommen USMCA die kritische Frist am 1. Juli wahrscheinlich nicht einhalten werden. „Ich denke daher, dass wir bis zum 1. Juli wahrscheinlich nicht alle Probleme lösen werden", sagte Greer, fügte jedoch hinzu, dass der USTR daran arbeiten werde, bis dahin so viel wie möglich zu klären.
Greer betonte, dass Präsident Donald Trump „deutlich gemacht hat, dass er mit vielen Ergebnissen des USMCA unzufrieden ist". Als konkrete Kritikpunkte nannte er einen erheblichen Anstieg der Automobilimporte aus Mexiko sowie gestiegene Stahl- und Aluminiumimporte aus beiden Nachbarländern – Mexiko und Kanada.
Hintergrund: Was ist das USMCA?
Das USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement) wurde von Präsident Trump im Jahr 2020 als Nachfolgeabkommen für das ursprüngliche Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA aus dem Jahr 1994 unterzeichnet. Es regelt den Handel zwischen den drei größten Volkswirtschaften Nordamerikas und ist damit eines der bedeutendsten Handelsabkommen weltweit.
Am 1. Juli steht eine wichtige Weichenstellung an: Die drei Länder müssen entweder einer Verlängerung des bestehenden Abkommens zustimmen oder ihre Absicht zum Austritt aus dem Pakt signalisieren. Ein solcher Austritt wäre ein langwieriger Prozess, der zehn Jahre dauern würde – würde aber gleichzeitig mehr Zeit und Spielraum für grundlegende Änderungen verschaffen.
Separate Protokolle für Mexiko und Kanada
Greer machte deutlich, dass es aufgrund der bestehenden Handelsdifferenzen separate US-Verhandlungsprotokolle für Mexiko und Kanada geben müsse – obwohl das USMCA wertvolle Aspekte enthalte. Während der USTR bereits Verhandlungen mit Mexiko aufgenommen hat, werden die Gespräche mit Kanada erst im Mai beginnen.
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Zur AktienanalyseDarüber hinaus erklärte Greer, dass er den US-Kongress bis zum 1. Juni über die Absichten der USA in Bezug auf das Abkommen informieren müsse. Diese Ankündigung unterstreicht den engen Zeitplan, unter dem die Verhandlungsführer derzeit arbeiten.
Für deutsche und europäische Beobachter ist die Entwicklung rund um das USMCA von besonderer Bedeutung: Das nordamerikanische Handelsabkommen beeinflusst globale Lieferketten, insbesondere in der Automobil- und Stahlindustrie, und kann damit auch Auswirkungen auf europäische Exporteure haben. Eine Neuverhandlung oder gar ein Austritt der USA aus dem Pakt könnte weitreichende Folgen für den internationalen Handel haben.


