Victoria's Secret Aktie steigt 40% nach starker Gewinnüberraschung
Starke Quartalszahlen, niedrigere Zölle und volle Preise treiben den Dessous-Riesen zu einem beeindruckenden Kurssprung.

Victoria's Secret hat im ersten Geschäftsquartal die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen und seine Jahresprognose kräftig angehoben. Die Aktie des amerikanischen Dessous-Einzelhändlers schoss daraufhin im vorbörslichen Handel um rund 40% in die Höhe – ein außergewöhnlicher Kurssprung, der das Vertrauen der Anleger in den laufenden Turnaround des Unternehmens widerspiegelt.
Der Nettogewinn für den am 2. Mai endenden Dreimonatszeitraum belief sich auf 47,7 Millionen US-Dollar bzw. 56 Cent pro Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Verlust von 1,66 Millionen US-Dollar bzw. 2 Cent pro Aktie ausgewiesen. Bereinigt um einmalige Restrukturierungskosten erzielte Victoria's Secret einen Gewinn je Aktie von 60 Cent.
Der Umsatz kletterte auf 1,56 Milliarden US-Dollar – ein Plus von rund 15% gegenüber den 1,35 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Die vergleichbaren Umsätze, die sowohl Filialen als auch E-Commerce-Erlöse umfassen, wuchsen um 13% und übertrafen damit die Analystenerwartungen von 11,4% laut StreetAccount deutlich.
Prognose deutlich angehoben
Für das Gesamtjahr erwartet Victoria's Secret nun einen Umsatz zwischen 7,03 Milliarden und 7,13 Milliarden US-Dollar. Die bisherige Prognose hatte noch eine Spanne von 6,85 bis 6,95 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Damit liegt das Unternehmen laut dem Datenanbieter LSEG klar über den durchschnittlichen Analystenerwartungen von 6,99 Milliarden US-Dollar.
Noch deutlicher fällt die Anhebung beim bereinigten Betriebsergebnis aus: Das Unternehmen rechnet nun mit 550 bis 580 Millionen US-Dollar – gegenüber der bisherigen Prognose von 430 bis 460 Millionen US-Dollar. Das entspricht einer Anhebung um mehr als 100 Millionen US-Dollar. Finanzvorstand Scott Sekella begründete dies mit einer stärkeren Hebelwirkung bei den Fixkosten durch die höheren Umsätze sowie mit niedrigeren Zollsätzen, nachdem viele der umfassenden Zölle von US-Präsident Donald Trump für rechtswidrig erklärt worden waren.
Auch für das laufende Quartal gab das Unternehmen eine optimistische Prognose ab: Erwartet wird ein Umsatz zwischen 1,59 und 1,62 Milliarden US-Dollar – und damit mehr als die von Analysten geschätzten 1,56 Milliarden US-Dollar. Dies ist bemerkenswert, da einige Wettbewerber vorsichtigere Ausblicke veröffentlichten, weil sie beobachten, ob Verbraucher ihre Ausgaben ohne den Schub durch Steuerrückerstattungen einschränken.
Turnaround unter CEO Hillary Super
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Zur AktienanalyseCEO Hillary Super, die seit fast zwei Jahren an der Spitze des Unternehmens steht, zeigte sich im CNBC-Interview zufrieden mit der Entwicklung. „Es gab sehr beständige, zweistellige Umsatzsteigerungen bei Victoria's Secret, Pink, im Beauty-Bereich, in den digitalen Kanälen, in den Filialen und international – allesamt sehr positiv", sagte sie. Besonders hervor hob sie das BH-Segment: „Die Stärkung des BH-Segments war eine unserer wichtigsten Initiativen, dort verzeichneten wir ein zweistelliges vergleichbares Umsatzwachstum."
Ein zentraler Aspekt des Erfolgs: Das Unternehmen steigerte den Umsatz mit „deutlich" weniger Rabattaktionen und gewann im Quartal Marktanteile – insbesondere bei Käufern im Alter von 18 bis 24 Jahren. Super betonte, dass das Wachstum in allen Einkommensschichten zu verzeichnen war, wobei das größte Wachstum bei Kunden mit einem Jahreseinkommen unter 50.000 US-Dollar sowie bei jenen mit mehr als 200.000 US-Dollar erzielt wurde. Dies zeige, dass die Produkte selbst überzeugen – und nicht Preissenkungen oder Rabatte.
Seit Super das Ruder übernommen hat, arbeitet sie daran, Victoria's Secret wieder mit seiner Kernidentität zu verbinden: einer Lingerie-Marke, die auf emotionale Ansprache statt auf reine Zweckmäßigkeit setzt. Sie hat das Beauty-Geschäft ausgebaut, die Marke Pink neu belebt und die BH-Linie gestärkt. In den vergangenen Jahren hatte sich das Unternehmen mit Kritik an veralteten Schönheitsstandards und dem Aufstieg neuer, moderner Wettbewerber auseinandersetzen müssen. Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass der eingeschlagene Kurs Früchte trägt.


