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Yen springt auf Interventionsspekulationen – Öl steigt stark

Der japanische Yen legte am Freitag deutlich zu, nachdem Spekulationen über eine mögliche Währungsintervention aufkamen. Gleichzeitig trieben neue US-Sanktionen gegen den Iran die Ölpreise auf Wochenhochs.

Yen springt auf Interventionsspekulationen – Öl steigt stark

Der japanische Yen hat am Freitag eine spektakuläre Kehrtwende vollzogen und gegenüber dem US-Dollar deutlich zugelegt. Die plötzlichen Kursbewegungen lösten an den Märkten Spekulationen aus, dass die japanischen Währungshüter eine Intervention vorbereiten könnten. Parallel dazu stiegen die Ölpreise um fast 3 Prozent, nachdem US-Präsident Donald Trump den Druck auf den Iran massiv erhöht hatte.

Dramatische Yen-Bewegungen nähren Interventionsverdacht

Der Dollar gab gegenüber dem Yen um 1,66 Prozent auf 155,77 Yen nach, nachdem er zuvor noch bei 157,50 Yen notiert hatte. Besonders auffällig waren zwei plötzliche Kurssprünge, die Marktteilnehmer als mögliche "Rate Checks" der Währungsbehörden interpretierten. Solche Kursprüfungen gehen häufig einer direkten Marktintervention voraus.

Eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle bestätigte gegenüber Reuters, dass die New Yorker Federal Reserve gegen Mittag Dollar-Yen-Kursprüfungen durchgeführt hatte. Die Fed agiert dabei als Fiskalagent für das US-Finanzministerium. Analysten werten dies als mögliches Signal für eine koordinierte Aktion der US-amerikanischen und japanischen Währungsbehörden.

Nervosität vor der 160-Yen-Marke

Karl Schamotta, Chefmarktstratege bei Corpay in Toronto, kommentierte die Situation mit den Worten: "Wenn es wie eine Interventionsente aussieht, sich wie eine Interventionsente verhält und wie eine Interventionsente quakt, ist es wahrscheinlich eine Interventionsente." Händler zeigten sich zunehmend nervös, da sich der Yen der psychologisch wichtigen Marke von 160 pro Dollar näherte.

Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, sie beobachte die Devisenmärkte genau, lehnte jedoch einen Kommentar zu den Interventionsspekulationen ab. Klarheit könnte es am Montag geben, wenn die Bank von Japan neue Daten veröffentlicht, aus denen mögliche Interventionen hervorgehen würden.

Dollar schwächelt auf breiter Front

Der Dollar-Index, der den Greenback gegenüber einem Währungskorb misst, fiel um 0,84 Prozent auf 97,47 Punkte. Der Euro legte um 0,61 Prozent auf 1,1826 Dollar zu, während das britische Pfund sogar um 1,04 Prozent auf 1,364 Dollar zulegte. Die Dollar-Schwäche erfolgte nach einer Erleichterungsrallye, die durch Trumps Rückzug von Zollandrohungen ausgelöst worden war.

Ölpreise steigen auf Iran-Spannungen

Die Ölpreise verzeichneten kräftige Gewinne von fast 3 Prozent und erreichten den höchsten Stand seit über einer Woche. US-Rohöl (WTI) schloss um 2,88 Prozent höher bei 61,07 Dollar pro Barrel, während Brent-Öl um 2,84 Prozent auf 65,88 Dollar pro Barrel stieg.

Auslöser waren neue US-Sanktionen gegen iranische Öltanker und Trumps Ankündigung, eine "Armada" in Richtung Naher Osten zu entsenden. Die Maßnahmen dienen als Warnung an Teheran, keine Demonstranten zu töten und das Atomprogramm nicht wieder aufzunehmen. Die geopolitischen Spannungen verstärkten die Sorgen über mögliche Versorgungsengpässe.

Flucht in sichere Häfen

Angesichts der geopolitischen Turbulenzen flüchteten Anleger verstärkt in sichere Anlagen. Gold erreichte ein neues Rekordhoch und näherte sich der Marke von 5.000 Dollar pro Unze. Spotgold stieg um 0,91 Prozent auf 4.981,43 Dollar. Noch spektakulärer entwickelte sich Silber, das erstmals die Schwelle von 100 Dollar pro Unze überschritt.

Aktienmärkte in Wartestellung

Die Aktienmärkte zeigten sich verhalten. Der MSCI-Weltaktienindex schloss leicht höher, verzeichnete aber Wochenverluste. Der europäische STOXX 600 beendete den Handel im Minus und beendete damit eine fünfmonatige Gewinnsträhne. An der Wall Street fiel der Dow Jones um 0,58 Prozent, während S&P 500 und Nasdaq leichte Gewinne verbuchten.

Gene Goldman, Chief Investment Officer bei Cetera Investment Management, sprach von einer "Warte-und-Sehe"-Haltung der Anleger. Im Fokus stehen die anstehende Fed-Sitzung am Mittwoch sowie wichtige Quartalsberichte von Technologiegiganten wie Microsoft und Meta Platforms in der kommenden Woche.

Fed dürfte Zinsen stabil halten

Die Renditen von US-Staatsanleihen fielen leicht. Die Rendite der 10-jährigen Benchmark-Anleihe sank auf 4,231 Prozent. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen Fed-Funds-Futures eine Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent ein, dass die US-Notenbank die Zinsen nächste Woche unverändert lässt. Die Märkte erwarten vorerst keine geldpolitischen Impulse aus Washington.

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