YouTube knackt Rekord: 11 Milliarden Dollar Werbeumsatz im Quartal
Alphabets Videoplattform überschreitet erstmals die 10-Milliarden-Dollar-Marke und rückt Netflix beim Gesamtumsatz gefährlich nahe.

YouTube hat im zweiten Quartal erstmals in seiner Geschichte die Marke von 10 Milliarden US-Dollar an Werbeeinnahmen überschritten. Die Videoplattform von Alphabet erzielte einen Werbeumsatz von 11,1 Milliarden US-Dollar – und das ohne die Einnahmen aus Premium-Abonnements. Damit rückt YouTube dem Streaming-Marktführer Netflix deutlich näher, der im selben Quartal einen Gesamtumsatz von 12,6 Milliarden US-Dollar verbuchte.
Das Wachstum von YouTube lag im zweiten Quartal bei 12,8 Prozent. Damit blieb die Plattform knapp hinter Netflix zurück, das ein Umsatzplus von 13,4 Prozent verzeichnete. In den vergangenen zehn Quartalen schwankte YouTubes Wachstumsrate zwischen 9 und 21 Prozent – ein Zeichen für die volatile, aber grundsätzlich starke Entwicklung der Plattform.
Netflix unter Druck, YouTube auf Kurs
Netflix kämpft derweil mit wachsenden Herausforderungen. Das Unternehmen rechnet für das dritte Quartal mit einem noch langsameren Wachstum von lediglich 11,7 Prozent. Investoren zeigen sich besorgt über schwaches Engagement, gesättigte Märkte und die Übernahmeambitionen des Unternehmens – ein Hinweis darauf, dass Netflix aktiv nach seinem nächsten Wachstumsmotor sucht.
Trotz der Annäherung beim Umsatz verfolgen beide Plattformen grundlegend unterschiedliche Geschäftsmodelle. Netflix erhebt eine monatliche Gebühr für traditionelle Fernseh- und Filminhalte, während YouTube auf Werbung neben nutzergenerierten Inhalten setzt. Diese unterschiedlichen Ansätze spiegeln sich auch in den Margen wider: Netflix meldete für das zweite Quartal eine operative Marge von 33,4 Prozent. Für YouTube weist Alphabet keine separaten Margen aus, Analysten schätzen diese jedoch auf einen niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Der Grund: YouTube teilt seine Einnahmen mit den Content-Erstellern, was die Profitabilität schmälert. Das gesamte Google-Services-Geschäft von Alphabet erzielte im zweiten Quartal eine operative Marge von mehr als 40 Prozent.
Strategische Annäherung der Konkurrenten
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseBemerkenswert ist, dass beide Plattformen in den vergangenen Jahren zunehmend voneinander gelernt haben. YouTube, einst ein rein kostenloser Dienst, verkauft mittlerweile Premium-Abonnements – von Musikstreaming über traditionelles Pay-TV bis hin zum NFL Sunday Ticket. Netflix wiederum führte vor einigen Jahren eine werbefinanzierte Stufe ein, die sich zu einer der stärksten Wachstumsquellen des Unternehmens entwickelt hat. Netflix plant, seinen Werbeumsatz in diesem Jahr von 1,5 Milliarden auf 3 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln.
Trotz der strategischen Annäherung bedienen beide Plattformen unterschiedliche Nutzerbedürfnisse und Anwendungsfälle. Experten sehen auf dem Markt Platz für den Erfolg beider Anbieter. Für Anleger ist relevant: Eine direkte Investition in YouTube ist nicht möglich – die Plattform ist vollständig in den Alphabet-Konzern integriert und macht weniger als 10 Prozent von dessen Gesamtumsatz aus. Wer von YouTubes Wachstum profitieren möchte, muss in Alphabet-Aktien investieren. Für beide Plattformen wird in den kommenden Jahren ein weiteres zweistelliges Wachstum erwartet.


