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Zahnärzte-Versorgungswerk Berlin: Insolvenz von 12.18. verschärft Milliardenkrise

Der Hotelentwickler 12.18. Investment Management stellt Insolvenzantrag – mit schwerwiegenden Folgen für das bereits angeschlagene Berliner Zahnärzte-Versorgungswerk.

Zahnärzte-Versorgungswerk Berlin: Insolvenz von 12.18. verschärft Milliardenkrise

Das Düsseldorfer Unternehmen 12.18. Investment Management hat beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen, gegründet von Jörg Lindner und dem mittlerweile verstorbenen Kai Richter, wollte ursprünglich Premium-Hotels an begehrten Ferienstandorten wie Ibiza, Sardinien und Schottland entwickeln. Doch das Geschäftsmodell geriet in den vergangenen Jahren zunehmend unter Druck.

Besonders brisant ist die Lage für das Versorgungswerk der Zahnärzte Berlin (VZB), das 2018 als Investor bei 12.18. einstieg und mittlerweile 60 Prozent der Anteile hält. Das VZB verwaltet rund zwei Milliarden Euro Anlagevermögen, um die Renten von mehr als 10.000 Mitgliedern zu sichern. Nach einer Reihe fragwürdiger Investments – über die die WirtschaftsWoche Anfang 2025 erstmals exklusiv berichtete – geht das Versorgungswerk selbst von einem Verlust von rund der Hälfte seines Anlagevermögens aus.

Ehrgeizige Ziele, bittere Realität

Beim Einstieg in 12.18. im Jahr 2018 gaben sich die VZB-Verantwortlichen noch optimistisch. Der damalige, mittlerweile gekündigte VZB-Direktor Ralf Wohltmann begründete die Beteiligung damals so: „Der Tourismus ist der aktuell am stärksten wachsende Wirtschaftszweig weltweit. Daher lag eine Beteiligung an einem Projektentwickler nahe, der sich auf den Erwerb und Betrieb erstklassiger touristischer Destinationen spezialisiert hat." Auch Ingo Bora Rellermeier, Zahnarzt und damaliger Vorsitzender des VZB-Verwaltungsausschusses, schwärmte von den einzigartigen Projekten an attraktiven Standorten und freute sich auf „die vielen neuen Investments".

Die Realität verlief jedoch anders. Die Geschäftsjahre von 12.18. endeten zuletzt regelmäßig mit Verlusten: 2023 schrieb das Unternehmen ein Minus von 47 Millionen Euro, 2024 folgte ein Fehlbetrag von 21 Millionen Euro. Im zuletzt veröffentlichten Geschäftsbericht 2024 ist ein „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 65 Millionen Euro" ausgewiesen.

Ein konkretes Beispiel für die Probleme ist das 2017 erworbene Hotel La Chiripa auf Teneriffa. Längst hätte das Objekt saniert und verkauft sein sollen – doch bis heute ist lediglich ein Rohbau zu sehen. „Auf der Baustelle tut sich seit Jahren nichts mehr", sagte eine Anwohnerin im vergangenen Jahr gegenüber der WirtschaftsWoche. 12.18.-Gründer Lindner bestätigte den Baustopp und verwies auf die Folgen der Corona-Pandemie, zeigte sich jedoch zuversichtlich hinsichtlich einer baldigen Umsetzung.

Darlehen in dreistelliger Millionenhöhe belasten das VZB

Das VZB unterstützte 12.18. über Jahre hinweg nicht nur mit Eigenkapital, sondern auch mit umfangreichen Krediten. Allein für die Entwicklung des Ibiza-Hotels wurden laut WirtschaftsWoche 15 Kredite in Höhe von insgesamt 130 Millionen Euro ausgereicht. Für das Teneriffa-Projekt flossen 28 Millionen Euro, das Sardinien-Hotel wurde mit 38 Millionen Euro unterstützt. Intern spricht man beim VZB bereits von einem Klumpenrisiko.

Im Geschäftsbericht 2024 von 12.18. war zudem vermerkt, dass Darlehen des VZB in Höhe von 100 Millionen Euro mit befristeten Stillhalteerklärungen versehen wurden – die Fälligkeit dieser Forderungen wurde damit vorübergehend ausgesetzt. Die Liquidität des Unternehmens hing laut Bericht davon ab, ob es gelingt, Immobilien oder weiteres Anlagevermögen zu verkaufen – darunter auch das bis heute nicht veräußerte Projekt auf Teneriffa.

Eigenverwaltung soll Neustart ermöglichen

Das Amtsgericht Düsseldorf hat die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet und Rechtsanwalt Jens M. Schmidt zum vorläufigen Sachwalter bestellt. 12.18.-Geschäftsführer Uwe Drangmeister wird dabei von der Kanzlei KebekusPartner begleitet. Ziel des Verfahrens ist es, die wirtschaftlichen und finanziellen Strukturen zu überprüfen, neu zu ordnen und eine tragfähige Grundlage für die Zukunft zu schaffen. Der Geschäftsbetrieb soll dabei wie gewohnt fortgeführt werden.

Der Insolvenzantrag betrifft ausschließlich die 12.18. Investment Management GmbH mit derzeit fünf Mitarbeitern. Die weiteren Gesellschaften der Gruppe, die sich um die Projekte auf Ibiza, Sardinien, Teneriffa, Sylt und in Schottland kümmern, sind rechtlich eigenständige Unternehmen und nicht Teil des Verfahrens.

Für Branchenkenner kommt der Schritt zum Amtsgericht nicht überraschend. Die angespannte Lage war bereits dem Geschäftsbericht 2024 zu entnehmen. Für das VZB und seine mehr als 10.000 Mitglieder bedeutet die Insolvenz der wichtigen Tochtergesellschaft eine weitere Verschärfung einer ohnehin schweren Krise.

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